Ressourcen.
Veröffentlichungen, unser Podcast und ein klares Wort zum Risiko von Psilocybin.
Veröffentlichungen.
Maximilian Haas — Publikationsübersicht
Correlated MRI and Ultramicroscopy of glioma angiogenesis
Breckwoldt MO, Bode J, Kurz FT et al. — eLife, 2016
Link zur PublikationCorrelated MR-UM of Brain Tumors
Breckwoldt MO, Bode J, Sahm F et al. — Frontiers in Neuroscience, 2019
Link zur PublikationTherapie-Monitoring von Immuntherapien im Gliommodell
Haas M — Dissertation, Universität Heidelberg, 2019
Link zur PublikationFrequent Non-medical Cannabis Use and Mental Health
Buschner M, Heckel N, Engeli EJE et al. — Int. J. of Mental Health and Addiction, 2025
Link zur Publikation
Weise & Krieger.
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Statement zum Risiko von Psilocybin.
Kann man wirklich hängenbleiben?
Was die Forschung über Psychedelika und das sogenannte Hängenbleiben tatsächlich sagt
Fast jeder kennt diese eine Geschichte. Jemand aus dem erweiterten Bekanntenkreis, der nach einem Trip angeblich nie wieder ganz derselbe war. Solche Erzählungen wirken stark, weil sie konkret und emotional sind. Als Maßstab taugen sie trotzdem nicht. Eine Anekdote aus zweiter Hand ersetzt keine Statistik. Und die Statistik erzählt eine andere Geschichte.
Die Zahlen, die kaum jemand kennt
Der Global Drug Survey, eine der größten Befragungen zum Substanzkonsum weltweit, hat ausgewertet, wie oft Menschen nach dem Konsum einer Substanz notfallmedizinische Hilfe brauchen, und das Ergebnis ordnet die verbreitete Angst neu ein. Bei Psilocybin-Pilzen sind es 0,2 Prozent, bei Cannabis 0,6 Prozent, bei Kokain 1,0 Prozent und bei Alkohol 1,3 Prozent. Pilze stehen damit am unteren Ende der Skala.
Es gibt keinen Bad Trip
Der vielleicht wichtigste Befund stammt aus der Befragungsstudie von Carbonaro und Kollegen (2016) — 84 Prozent gaben an, langfristig profitiert zu haben.
Die erste Form des Hängenbleibens: anhaltende Wahrnehmung
Die hartnäckigste Sorge betrifft die anhaltend veränderte Wahrnehmung, in der Fachsprache HPPD. Im kontrollierten Rahmen wurde in modernen Studien seit 2005 kein einziger HPPD-Fall berichtet.
Die zweite Form des Hängenbleibens: der psychotische Zustand
Sehr viel seltener, aber dramatischer ist das psychotische Hängenbleiben. Häufigkeit in großen Bevölkerungsbefragungen: etwa 0,002 Prozent.
Was wirklich den Unterschied macht
Risiko bei Psychedelika ist keine Frage des Zufalls, sondern der Bedingungen. Fünf Faktoren entscheiden maßgeblich:
Dosis: eine adäquate, sorgfältig bemessene Menge, die trägt, statt zu überfordern.
Set: die innere Verfassung, mit der jemand in die Erfahrung geht.
Setting: ein geschützter, ruhiger und vertrauensvoller Rahmen.
Begleitung: erfahrene Personen, die durch schwierige Phasen tragen.
Integration: die Nachbereitung, die aus einem Erlebnis eine Einsicht macht.
Wo diese fünf Elemente zusammenkommen, verschiebt sich das Risikoprofil deutlich nach unten. Genau darauf baut das Modell unserer medizinisch begleiteten Retreats auf.
Fazit
Die Angst, durch ein Psychedelikum dauerhaft hängenzubleiben, ist verständlich, aber durch die Datenlage nicht gedeckt, sofern ein verantwortungsvoller Rahmen besteht.
Quellen (Auswahl)
Nutt DJ et al., Drug harms in the UK, The Lancet 2010.
Carbonaro TM et al., Survey study of challenging experiences after ingesting psilocybin mushrooms, Journal of Psychopharmacology 2016.
Kopra EI et al., Adverse experiences following the use of magic mushrooms, Journal of Psychopharmacology 2022 (Global Drug Survey).
Müller F et al., Flashback phenomena after administration of LSD and psilocybin in controlled studies with healthy participants, Psychopharmacology 2022.
Hinkle JT et al., Adverse Events in Studies of Classic Psychedelics, A Systematic Review and Meta-Analysis, JAMA Psychiatry 2024.
Reconsidering evidence for psychedelic-induced psychosis, An overview of reviews, a systematic review and meta-analysis, 2024.
Treatment approaches and efficacy in psychedelic-induced psychosis, A systematic review, 2025.
Orsolini L et al., Hallucinogen Persisting Perception Disorder, Etiology, Clinical Features and Therapeutic Perspectives, Brain Sciences 2017.
Carhart-Harris RL, The entropic brain.
Grof S, The Holotropic Mind.
Richards WA, Sacred Knowledge.
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